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TOPNEWS: Angst Vor EHEC



Erste EHEC-Todesfälle außerhalb Norddeutschlands
norddeutschlands.
Paderborn/Hannover/Berlin (dpa) - Die Darmseuche EHEC hat erstmals Menschen außerhalb Norddeutschlands getötet. In Bad Lippstadt bei Paderborn starb eine 91-jährige Frau an den Folgen der gefährlichen Durchfallinfektion.

Die bereits am Sonntag gestorbene Frau habe mehrere schwere Vorerkrankungen gehabt, teilte der Kreis Paderborn mit. Im Kreis Gütersloh starb heute eine 40- bis 50-jährige eine Frau. Auch Mecklenburg-Vorpommern meldete die erste EHEC-Tote: Im Landkreis Parchim erlag eine 87-Jährige der Infektion. Damit hat der gefährliche Keim insgesamt 13 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Zwölf von ihnen waren Frauen.
Der Präsident des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger, erneuerte die Empfehlung, Gemüse insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu essen. Waschen des Gemüses allein biete keinen sicheren Schutz, sagte er im RBB-Inforadio. Er äußerte Verständnis für die Klagen der Bauern über Umsatzeinbrüche. "Doch Vorrang hat der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung."
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr verteidigte die Gemüse-Verzehrwarnungen. "Wenn es um Gesundheit geht, ist höchste Vorsicht geboten", sagte er dem "Mindener Tageblatt" (Montag). Auf die Frage, ob der Bund den Landwirten finanziell helfen werde, sagte Bahr, Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sei mit den betroffenen Verbänden und der Ernährungsindustrie im Gespräch, "um einen guten Umgang mit diesem Problem zu finden".
Bahr und Aigner wollten am Montagnachmittag in einem Spitzentreffen mit Ländern und Behörden beim RKI über die EHEC-Welle beraten. Dabei gehe es um den Stand der Untersuchungen zu den EHEC-Fällen und die HUS-Erkrankungen, teilte das Verbraucherministerium mit. Das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) ist eine schwere Komplikation bei EHEC-Kranken.
Auch die drei am Montag gemeldeten EHEC-Toten hatten an HUS gelitten. Unterdessen meldete die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) erste Erfolge bei der Behandlung von HUS-Patienten mit einem neuen Mittel. Der Antikörper Eculizumab werde nur bei Patienten mit schwerem EHEC-Verlauf eingesetzt, erläuterte Prof. Hermann Haller, Direktor der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Es sei bereits ein Erfolg der am vergangenen Mittwoch begonnenen Therapie sichtbar. "Es nützt etwas, allerdings ist es kein Wundermittel", betonte der Arzt.
Am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) sei die Antikörper-Therapie bisher bei elf Patienten eingesetzt worden, berichtete der Nierenspezialist Rolf Stahl. Wie erfolgreich der "Rettungsversuch" sei, werde sich aber erst in drei bis vier Wochen zeigen.
Sorge bereiten den Hamburger Ärzten vor allem die Probleme mit dem Nervensystem, die viele HUS-Erkrankte bekommen. Bei den schwer erkrankten Patienten gebe es "zunehmend mehr neurologische Ausfälle", erklärte der UKE-Neurologe Prof. Christian Gerloff. "Es sind von den 58 Patienten, die momentan bei uns stationär sind, mehr als die Hälfte." Es gebe Unruhezustände, aber auch Sprachstörungen - ähnlich wie bei einem Schlaganfall - oder Zuckungen bis hin zu epileptischen Anfällen. Einzelne Patienten hätten auch kleine Schlaganfälle als Folge der Erkrankung gehabt, berichtete Gerloff - weil kleine Gefäße verstopfen. "Das wird auch bleibende Schäden hinterlassen."
Die Welle von EHEC-Infektionen ist in Deutschland indes noch nicht gestoppt. Die Zahl der bestätigten Infektionen und Verdachtsfälle nahm auch am Montag weiter zu. Allerdings gibt es erste Anzeichen, dass die Welle nicht mehr ganz so schnell steigt. In Hamburg, das bislang am schwersten von der EHEC-Welle betroffen ist, nahm die Zahl der neuen Infektionen und Verdachtsfälle über das Wochenende im Vergleich zu den Vortagen ab. "Ich hoffe sehr, dass dies ein Indiz dafür ist, dass der Höhepunkt der Erkrankungswelle überschritten ist", hieß es in einer Mitteilung von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).
In Hamburg wurden bis Montagvormittag (11.00 Uhr) 488 EHEC-Infektionen und EHEC-Verdachtsfälle registriert (Samstag 467 Fälle). In Niedersachsen stieg diese Zahl auf 242, Schleswig-Holstein hat mindestens 250 Infizierte und Mecklenburg-Vorpommern über 50. Deutschlandweit gibt es mehr als 1300 EHEC-Infektionen und Verdachtsfälle. Nach wie vor ist Norddeutschland am schwersten betroffen, aber auch aus München wurden drei weitere schwere Fälle gemeldet.
Patienten, die lebensbedrohlich EHEC erkrankt sind, benötigen gewaltige Mengen an Blutplasma, wie das Deutsche Rote Kreuz erläuterte. "Der Patient braucht vier bis fünf Tage lang jeweils bis zu zehn Liter täglich", sagte der Sprecher der DRK-Blutspendedienste, Friedrich-Ernst Düppe, der dpa. Das Deutsche Rote Kreuz verfüge noch über genügend Plasma-Konserven. "Es gibt aber einige Kliniken, die von Engpässen berichten und zu verstärktem Blutspenden aufrufen."
Unterdessen hat die EHEC-Seuche die Landwirtschaft empfindlich getroffen und einen Millionenschaden angerichtet. Sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland bleiben Bauern auf ihrer Ware sitzen und klagen über kräftige Einnahmeausfälle. Wegen fehlender deutscher Nachfrage ist der Gemüse-Export aus den Niederlanden ins Nachbarland fast zum Erliegen gekommen. Spanien prüft sogar Schadensersatzforderungen gegen Deutschland.
TOPNEWS: Wer ermordete die beiden Mädchen aus Krailling?

Krailling
Zwei Mädchen tot aufgefunden
Grausiger Fund in Krailling: Zwei Mädchen († 8 und 11) wurden in diesem Haus entdeckt
München – Grausame Tat in Bayern: Als eine Mutter nachts nach Hause kommt, findet sie ihre Töchter (8 und 11) tot in der Wohnung. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus.
Wer macht so etwas Schreckliches?
Zunächst war gemeldet worden, der Vater der Mädchen, ein Kunstschnitzer aus München, werde verdächtigt. Andrea Titz von der Münchner Staatsanwaltschaft sagt allerdings: „Wir haben definitiv keinen Tatverdacht.”
Die Mutter der Mädchen soll geschieden sein, war zusammen mit ihrem Lebensgefährten arbeiten. Die Kinder blieben ohne Aufsicht in der gemeinsamen Wohnung in Krailling zurück.
Das Paar soll bis 4.30 Uhr in der Kneipe gearbeitet haben, die der Freund der Mutter als Pächter betreibt. Als sie dann gegen 5 Uhr nach Hause zurückkehrte, entdeckte die Mutter ihre beiden Töchter leblos in der Wohnung.
Sie alarmierte sofort Polizei und Notarzt. Der konnte jedoch nur noch den Tod der Mädchen feststellen.
Ein Hubschrauber kreist über dem Gebiet, vier Rettungswagen stehen vor dem Haus.
Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums München: „Wir gehen von einem Verbrechen aus."
Die beiden Mädchen hatten laut Polizei getrennte Zimmer. Die Mutter fand jede ihrer Töchter in ihrem jeweils eigenen Zimmer.
Die Mordkommission ermittelt auf Hochtouren. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II bestätigt: „Wir ermitteln in Richtung eines Tötungsdeliktes."
Einsatzkräfte der Polizei sperren das Haus in einer ruhigen Wohngegend von Krailling im Umkreis von 25 Metern ab. Kriminalbeamte in weißen Schutzanzügen suchen in der Wohnung nach Spuren.
Die Leichen der beiden jungen Mädchen wurden am Vormittag in Stoffhüllen aus dem Haus gebracht. Ein Leichenwagen brachte die beiden Toten zum Institut für Rechtsmedizin in München.
Dort sollen sie obduziert werden. Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass es erste Ergebnisse am Nachmittag geben wird.
Das Verbrechen hat die Menschen in dem 8000-Einwohner-Ort aufgeschreckt. Ein tief erschütterter Anwohner, als er an dem ockerfarbenen Haus vorbeikommt: „Ich dachte immer, wir leben hier auf einer Insel der Glückseligen.”
Ein anderer Bewohner des Ortes berichtet über die Kinder: „Sie waren sehr pfiffig.” Die Mutter habe ein gutes Verhältnis zu ihren Töchtern gehabt.
Der Vater der Kinder sei nach seiner Kenntnis regelmäßig zu Besuch gekommen und habe sich offenbar ganz normal um die Kinder gekümmert. Das Verhältnis zwischen der Mutter und dem Vater bezeichnete der Mann als „freundschaftlich”.







